«Gesundheit bekommt man nicht im Handel,
sondern durch den Lebenswandel.»

Ernährung

Ernährung in Asien

Essen und Trinken spielt in Asien eine zentrale Rolle. Neben Genuss und sozialen Aspekten, spielt auch der Einfluss auf die Gesundheit eine wesentliche Rolle.

Die chinesische Ernährungslehre zählt keine Kalorien, Vitamine oder Spurenelemente. Jedes Nahrungsmittel hat ganz bestimmte Eigenschaften und Qualitäten: stärkend/nährend, wärmend, entzündungshemmend, Hitze klärend, entspannend, Schleim lösend usw. Manche soll man regelmässig und in grossen Mengen zu sich nehmen (z.B. Reis, Gemüse), andere nicht so häufig oder in geringen Mengen (z.B. Fleisch, Fett). Die Richtlinien sind sehr klar und ändern sich nicht alle paar Monate.

Viele Nahrungsmittel sind Bestandteile chinesischer Arzneimittel-rezepte und umgekehrt sind viele Arzneimittel fester Bestandteil der  Ernährung (Ingwer, Reis, Gewürze/Kräuter, Honig, einige Getreide, Tee). Das hat auch schon Hippokrates so empfohlen (siehe Zitat rechts).

Die Empfehlungen im Folgenden orientieren sich sowohl an der chinesischen Ernährungslehre als auch an modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Das Hauptproblem in der modernen, westlichen Ernährung ist die Zeit. Wir müssen einfach wieder mehr Zeit ins Einkaufen, Zubereiten, und das Essen selbst investieren. Dann machen wir uns unabhängiger von den Verheissungen diverser Empfehlungen und Diäten, die alle paar Jahre wechsel und von den "gesunden" und weniger gesunden Angeboten der Nahrungsmittelindustrie, die in erster Linie am Profit und nicht an Ihrer Gesundheit interessiert ist.

Grundregeln der Ernährung

Essen Sie regelmässig 3 Mahlzeiten am Tag!

  • Frühstück - reichlich und warm: Am Morgen braucht der Körper Energie für den Tag und der Magen Wärme, um auf Touren zu kommen.
  • Mittagessen - mässig: Nach einem schweren Mittagessen neigt der Körper zu Müdigkeit und Trägheit, weil er zu viel Energie für die Verdauung braucht.
  • Abedessen - mässig und nicht zu spät: Zu viel Fettes, Frittiertes oder Alkohol führt zu einem unruhigen, unerholsamen Schlaf. 

Essen Sie gekocht! 

Gekochtes ist einfacher zu verdauen als Rohkost. Der Grossteil der Nahrung sollte gekocht sein. Rohkost als Beilage in Form von Salat, Früchten, Kräutern ist wunderbar, aber eben als Zugabe nicht als Hauptbestandteil. Am besten Sie kochen selbst. Nur wenn Sie selber kochen, wissen Sie was drin ist, und dass die "gesunden" Zutaten auch tatsächlich Ihrer Gesundheit dienen und nicht dem Geldbeutel der Nahrungsmittelindustrie. Oder Sie essen beim Koch ihres Vertrauens.

Essen Sie:

  • 30-50% Kohlenhydrate:
    Reis, Mais, Getreide, Bohnen, Kartoffel, Hülsenfrüchte, Teigwaren
  • 30-50% Kohlenhydrate:
    Gemüse, Früchte
  • 10-20% Eiweisse:
    Eier, Fleisch, Käse,Hülsenfrüchte, Nüsse, Getreide, Kartoffel, ...
  • 10-20% Anderes:
    Fett, Rohkost, Salat, Kräuter / Gewürze

Das bezieht sich auf eine Hauptmahlzeit oder auf den Gesamtkonsum am Tag. Man kann kaum mit jeder Mahlzeit den gesamten Bedarf abdecken. 

Essen Sie so wenig wie möglich dieser Nahrungsmittel: 

  • weissen Zucker: Süssigkeiten, Süssgetränke, Gebäck, ...
  • weisses Mehl: Weissbrot, Gipfeli, Gebäck, Teigwaren, ...
  • Fertigprodukte: Kantinenessen, Fertigsossen, Fertiggerichte, McDonalds, ...
  • raffiniertes/bearbeitetes Fett: Fertigprodukte, Margarine, ...

Wenn aktuell vom "Verzicht auf Kohlenhydrate" die Rede ist, sind damit der weisse Zucker und das weisse Mehl (Brot, Teigwaren) gemeint. Verzichten Sie nicht auf andere Kohlenhydrate wie: Gemüse, Reis, Getreide, Mais, Bohnen, Hülsenfrüchte, Kartoffeln. Das sind alles sehr wertvolle und gesunde Nahrungsmittel.

Essen Sie was Ihnen gut tut!

Ein Bauarbeiter braucht mehr als drei leichte Mahlzeiten und verträgt viel mehr Fettes und Süsses als ein Schreibtischtäter.

Ein 30-jähriger verträgt noch so ziemlich alles, ein 70-jähriger deutlich weniger Rohkost, Milchprodukte (siehe Lactose), Alkohol und Kaltes.

Im Sommer vertragen wir mehr Salat, Rohkost und kühles Bier. Im Winter brauchen wir mehr Warmes, Gekochtes und Nahrhaftes. 

Krankheiten können durch gezielt ausgesuchte Nahrungsmittel sehr positiv beeinflusst werden. Das erleichtert jede weitere Therapie oder reicht als eigene Behandlungsform sogar aus. In der Chinesischen Medizin sind allen Nahrungsmittel ganz spezifische Eigenschaften und Wirkungen zugeschrieben (genau wie den Arzneimitteln). Damit kann die Ernährung optimal ergänzt oder umgestellt werden.